Umwelt & Natur

Veröffentlicht am 16. Mai 2017 | von Rupert Fuchs

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Genhonig kennzeichnen! – Heimische Qualität sichtbar machen!

Bis vor drei Jahren bestand innerhalb der EU auch noch eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderten Honig – die wurde allerdings zum Ärger vieler Konsumentenschützer aufgehoben.

Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung lehnt genveränderte Pflanzen zur Herstellung von Lebensmitteln und zur Fütterung ab. Seit 2012 bestand in der EU eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderten Honig. Das ist auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zurückzuführen. Der EU-Kommission ging das offensichtlich zu weit, sie schlug vor, Pollen als natürlichen Bestandteil von Honig zu behandeln, und nicht als Zutat. Damit müsste Honig, der Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, nicht gekennzeichnet werden, da die Kennzeichnungspflicht ab 0,9 % gilt und Pollen übli-cherweise einen Anteil von 0,5 % im Honig haben. Das Europäische Parlament hat sich dieser Argumentation 2014 angeschlossen und beschlossen, dass auch künftig Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen im Honig ohne Kennzeich-nung enthalten sein dürfen. Das heißt: Honig darf seither Pollen von gentechnisch veränder-ten Pflanzen enthalten, ohne dass dies auf der Packung vermerkt werden muss.

Bei österreichischem Honig können die Konsumentinnen und Konsumenten auch weiterhin sicher sein, dass er gentechnikfrei ist, weil in Österreich keine gentechnikveränderten Saaten angebaut werden. Damit die Verbraucherinnen und Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung umsetzen können, wäre eine Kennzeichnung von heimischem Honig im Sinne des Konsumentenschutzes sinnvoll.

Präsident des Europäischen Imkerverbandes für Kennzeichnungspflicht

Genau für eine solche Kennzeichnungspflicht habe ich mich vergangene Woche im Salzburger Landtag eingesetzt. Konkret habe ich einen Antrag eingebracht, die Landtagspräsidentin möge mit der Bitte an die österreichischen Abgeordneten zum EU-Parlament mit dem Ersuchen herantreten, sich auf der Ebene der Europäischen Union für eine deutliche Kennzeichnung von gentechnikverändertem Honig einzusetzen. Denn: Viele Verbraucher legen großen Wert darauf, dass ihre Ernährung gentechnikfrei ist. Für die Abstimmung im Ausschuss für Raumordnung, Umwelt- und Naturschutz war auch der Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes, Walter Haefeker, nach Salzburg eingeladen.Auch er spricht sich vehement für eine Kennzeichnungspflicht aus.

Denn diese ist nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für die Imker wichtig. Damit haben die heimischen Produzenten nämlich gegenüber den industriellen Herstellern einen wichtigen Vorteil – die besondere Qualität ihrer Produkte wird auf den ersten Blick ersichtlich.

P.S.: Für die Imker entstehen durch die Kennzeichnungspflicht keine zusätzlichen Kosten!

Video zur Diskussion im Landtag

Rupert Fuchs

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Landtagsabgeordneter, Bezirkssprecher der Grünen Pongau - Sprecher für Energie, Landwirtschaft, Naturschutz, Nationalpark, Tierschutz, Volkskultur


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