Gesundheit & Ernährung Stopfleber_Gans_AnimalEquality

Veröffentlicht am 28. September 2016 | von Rupert Fuchs

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Stopfleber: Delikatesse auf Kosten des Tierschutzes

Egal, ob sie von der Ente oder der Gans stammt, eines ist sicher: Die Erzeugung von Fettleber ist immer mit Tierquälerei verbunden!

Wer schon einmal eine gestopfte Gänseleber mit eigenen Augen gesehen hat, weiß, dass es sich dabei um keine gesunde Leber handeln kann. Denn eine gestopfte Leber ist fast so groß wie die Gans selber – und maßlos überfettet. Dass das nicht auf natürliche Weise geschieht, liegt auf der Hand – kein Tier stopft freiwillig so viel Fett in sich hinein. Das ist nur durch Zwangsfütterung möglich!

Und zwar auf die brutale Art, wie Tierschutzorganisationen schon vor Jahren dokumentierten: Bis zu drei Mal am Tag wir den Tieren ein 50 Zentimeter langer Metallschlauch in den Magen gesteckt und Maisbrei sowie Fett hineingepumpt. Wie schmerzhaft das sein muss, kann man nur erahnen. Der Umgang mit den Tieren ist alles andere als zimperlich, ihre Käfige sind winzig, viele Tiere sind verletzt, sie stehen unter ständigem Stress. Die Sterberate in der Stopfmast ist zwanzigmal höher als in normalen Mastbetrieben. Vor allem die Ausweitung der Leber und der damit verbundenen Verdrängung anderer Organe ist die Haupttodesursache. Dazu kommt die Belastung durch die Ammoniakgase der unter den Käfigen lagernden Gülle. Im Laufe der Mastperiode werden die Tiere zusehends bewegungsunfähig und können kaum noch atmen.

Produktion in Österreich verboten, aber Import erlaubt

Das nachgewiesenermaßen kranke Organ, die Stopfleber, wird schießlich teuer verkauft: als Foie Gras. Die Stopfleberproduktion ist zwar mittlerweise bereits in 14 europäischen Ländern, darunter auch Österreich, bei Strafe verboten. Dennoch werden die tierquälerischen Produkte auch bei uns verkauft und konsumiert. Es bleibt uns aber immer noch die „Politik mit dem Einkaufswagen“, oder anders ausgedrückt: Kauft die „Delikatesse Stopfleber“ NICHT!

Übrigens ist vielen KonsumentInnen auch nicht bewusst, dass nicht nur die Stopfleber sondern auch der „Enten- oder Gänsebraten“ aus der Stopfmast kommt – gerade rund um das Martini-Fest im November erfreuen sich diese Gerichte ja hierzulande großer Beliebtheit. Auch hier gilt: Die Produktion in Österreich ist verboten, aber der Import und Verkauf erlaubt. Wer nicht auf den Martini-Braten verzichten kann, dem empfiehlt Tierschutzorganisation VIER PFOTEN auf das Label „Österreichische Weidegans“ zu achten, das  garantiert, dass es sich um österreichische Tiere handelt, die nicht gestopft und gerupft wurden.

Bildquelle: Animal Equality

Rupert Fuchs

Über Rupert Fuchs

Landtagsabgeordneter, Bezirkssprecher der Grünen Pongau - Sprecher für Energie, Landwirtschaft, Naturschutz, Nationalpark, Tierschutz, Volkskultur

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