Gesundheit & Ernährung Milch-Preis; Grüne; Milch; Landwirtschaft

Veröffentlicht am 23. Juni 2016 | von Rupert Fuchs

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Milch für 42 Cent? – Das ist viel zu wenig!

Aufgrund der anhaltend niedrigen Milch-Preise greift der Staat den Bauern & Bäuerinnen  unter die Arme. Für einen langfristig fairen Milch-Preis braucht es mehr als diese Symptom-Bekämpfung. Ein generelles Umdenken ist notwendig!  

Nur 42 Cent muss man bei einem großen österreichischen Diskonter derzeit bezahlen, um einen Liter Vollmilch zu bekommen. Der Milchpreis ist damit so niedrig wie nie zuvor! Die Bauern und Bäuerinnen treibt das mehr als nur an den Rand einer Krise: Denn Bauern und Bäuerinnen bekommen momentan einen Anteil von 26 Cent für ein Kilo konventioneller Rohmilch und rund 40 Cent für Bio-Milch. Zwar will offiziell keiner die Milchbauern in den Ruin treiben, passieren tut es mit solchen Preisen aber natürlich dennoch.

„Milch-Dialog“: Symptombekämpfung ohne langfristige Wirkung!

Die Milchpreis-Krise steht am heutigen Freitag beim Treffen der Agrarlandesräte der Bundesländer in Eugendorf ganz oben auf der Tagesordnung. Mit Sicherheit wird dort auch das von der Bundesregierung vor einer Woche beschlossene Hilfspaket für die Milchbauern und -bäuerinnen: Dieses Hilfspaket sieht vordergründig vor, allen land- und forstwirtschaftlichen GrundbesitzerInnen im 4. Quartal die Sozialversicherungsbeiträge zu erlassen. Das soll jeder betroffenen Landwirtschaft in etwa 2.000 Euro jährlich bringen.

Meine Kollege im Nationalrat, Wolfgang Pirklhuberhat diesen „Sozialversicherungsrabatt“ als „wirkungslose Beruhigungspille“ bezeichnet. Ich kann ihm hier nur zustimmen: Natürlich sind akut finanzielle Hilfen und steuerliche Entlastungen für unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern enorm wichtig, um den Betrieben Liquidität für ihre laufenden Verpflichtungen zu verschaffen. Langfristig stellt das aber keine Lösung das, denn das grundsätzliche Problem bleibt: Es ist viel zu viel Milch am Markt! Abgesehen davon wird durch diese Akuthilfe der gewaltige Einkommensverlust durch den Milchpreisverfall nicht annähernd ausgeglichen.

Milch-Preis; Grüne; Milch; Landwirtschaft

Der größte Kritikpunkte ist allerdings (hier möchte ich nochmal meinen Kollegen Pirklhuber zitieren): Durch dieses Hilfspaket „wird kein Liter Milch weniger produziert, kein Liter Milch wird mehr verkauft, kein Cent mehr Milchgeld erlöst. Viel besser wäre es, Anreize zu setzen, Milchüberschüsse vom Markt zu nehmen. Wenn durch ein Bonus-Malus-System diejenigen Betriebe belohnt werden, die freiwillig weniger anliefern, dann wird die erzeugte Milchmenge langfristig sinken und der Preis wieder auf ein angemessenes Niveau steigen!“

Staat muss Vorbild sein: Mehr Regionales und Biologisches in die Kochtöpfe von Bund und Ländern!

Zusätzlich wäre es wichtig, dass vor allem der Staat mit positivem Beispiel vorangeht. Ein Vorschlag hierfür wäre z.B., dass die Küchen in den bundes- und landeseigenen Betrieben auf biologische und regionale Lebensmittel umgestellt werden. Der Vorteil: Bäuerinnen und Bauern könnten damit mehr Produkte auf einfachem Weg verkaufen. Damit ist ihre Existenz gesichert und sie werden unabhängiger von Agrarsubventionen. Dass davon auch die regionale Wirtschaft im Allgemeinen profitiert, liegt auf der Hand. In Salzburg haben wir das auf Grüne Initiative übrigens bereits angepackt: Die Landesregierung prüft derzeit, wie der Anteil an regionalen und biologischen Lebensmitteln in Betriebskantinen der Landesverwaltung, Schulen, Kliniken, Landeskindergärten, ausgegliederten Betrieben, etc. erhöht werden kann.

Die GRÜNEN haben übrigens gemeinsam mit den Oppositionsparteien schon im März 2015 ein 10-Punkte-Milchpaket als Antrag im Parlament eingebracht. Dieser Antrag wurde bisher jedoch bereits viermal vertagt, zuletzt am 13. Jänner 2016. Trotz der Bereitschaft endlich aktiv zu werden, kamen bis heute keine neuen Vorschläge des Bauernbundes für einen gemeinsamen Initiativ-Antrag auf den Tisch.

Welche Vorschläge die Grünen sonst noch zur Lösung der Milchkrise haben, kann du im GRÜNEN 10-Punkte-Milchpaket nachlesen.

(Foto: chinook203/Fotolia)

Rupert Fuchs

Über Rupert Fuchs

Landtagsabgeordneter, Bezirkssprecher der Grünen Pongau - Sprecher für Energie, Landwirtschaft, Naturschutz, Nationalpark, Tierschutz, Volkskultur

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