Integration

Veröffentlicht am 8. Januar 2016 | von Barbara Sieberth

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Ich will keine Gewalt gegen Frauen. Von niemandem.

Ich bin eine Frau. Ich will nachts unbegleitet unterwegs sein können. Ich will mein Recht auf ein unversehrtes Leben gewahrt wissen. Und das nicht nur für mich, sondern für alle Frauen, für alle Menschen.

Wenn nun der Wiener Polizeichef Gerhard Pürstl in der Kronen-Zeitung so zitiert wird: „Frauen sollten nachts generell in Begleitung unterwegs sein, Angst-Räume meiden und in Lokalen keine Getränke von Fremden annehmen. Das war früher so und wird auch in Zukunft so bleiben.

…dann kann ich nur sagen: Nein. So geht das nicht.

Gewalt gegen Frauen ist leider kein neues Thema. Wenn es in verschiedenen Städten jetzt zu Sylvester hoch gekocht ist und Frauen verletzt und bestohlen wurden, sind hier Täter von Körperverletzung bis Raub zu verfolgen.

Aber weiter im Text. Denn die verschiedenen Reaktionen auf diese Taten werden abenteuerlich, dazu möchte ich doch auch klar Stellung nehmen:

Gewalt gegen Frauen ist in Mitteleuropa KEIN neues Thema. Die Täter kommen dabei überwiegend aus dem nahen Umfeld der Frau!

Liest man die Studien dazu, mit Zahlen aus Österreich, fällt auf: Nicht erst seit der Silvesternacht in Köln ist sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen Thema. Drei Viertel (!) aller Frauen in Österreich haben sexuelle Belästigung erfahren, und fast ein Drittel aller Frauen hat sexuelle Gewalt erfahren. 30% durch Partner/Ex-Partner. Nur 20% der Täter sind der Frau unbekannt. Siehe Studie im Anhang.

Was das heißt? Statistisch ist das eigene Umfeld für Frauen gefährlicher als die Öffentlichkeit!

Natürlich muss es Integrationsanstrengungen geben für neu zugezogene Männer und Frauen aus möglicherweise anderen Gesellschaftsstrukturen. Dann dürfen aber Integrationsgelder und Maßnahmen nicht gekürzt werden. Und es braucht ein Umfeld, dass diese Gewaltfreiheit auch vorlebt. Da gibt Österreich (siehe Studie) kein sehr rühmliches Bild ab. Auch daran müssen wir arbeiten.

Links zu Artikeln, die ich teile:

Sie hält auch auf Facebook fest: „Eines möchte ich schon klarstellen: Ich verharmlose die Taten von Köln keineswegs; es sind Verbrechen, begangen an Frauen, die Täter müssen gestellt und verurteilt werden, und es muss dafür gesorgt werden, dass sowas nie wieder passiert, nirgends. Und man soll eine Integrations- und Wertedebatte dazu führen, das ist nötig. Aber so zu tun, als wären Frauen vorher sicher gewesen und keinerlei Gefahr ausgesetzt, als hätte es Ähnliches nie zuvor gegeben und als gehe die Gefahr ausschließlich von Zuwandern aus: das ist Heuchelei. Und falsch.“

„Als Antwort auf den Kölner Silvestermob ist eine Welle der Empörung im Netz losgebrochen. Dabei schert sich ein Großteil der Öffentlichkeit wenig um sexuelle Gewalt. Außer sie kommt von „nordafrikanisch oder arabisch aussehenden“ Männern.“

„Sexuelle Gewalt ist immer ein Verbrechen, nicht nur im Fall Köln.“

 

Barbara Sieberth

Über Barbara Sieberth

Landtagsabgeordnete - Sprecherin für Europa, Familie und Kinderbetreuung, Gleichbehandlung und Frauen, Justiz, Medien, Menschenrechte, Integration, Verwaltungsreform


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