Integration

Veröffentlicht am 19. Januar 2016 | von Cyriak Schwaighofer

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Nach Köln: #Ausnahmslos gegen Gewalt und Hetze!

Die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht in Köln, Salzburg und anderen Städten sind schockierend, machen zornig und wütend. Derartige Vorkommnisse sind durch nichts zu entschuldigen, aufs Schärfste zu verurteilen und es muss dagegen mit allen rechtsstaatlichen Möglichkeiten vorgegangen werden. Die Täter sind auszuforschen und mit der gebührenden Härte zu bestrafen. Punkt.

Doch so verständlich unser aller Zorn ist, so wenig sollten wir unser tägliches Miteinander davon bestimmen lassen. Denn Zorn, Wut oder gar Hass sind schlechte Ratgeber, wenn es darum geht, für Gerechtigkeit zu sorgen. Und es ist alles andere als gerecht, die Taten Einzelner der Einfachheit halber ALLEN Angehörigen der gleichen Nationalität anzulasten. Über das Ausmaß der Strafe haben weder Medien noch PolitikerInnen und auch nicht (zu Recht) erzürnte BürgerInnen zu entscheiden, sondern unabhängige Gerichte.

Unser Rechtsstaat ist ein hohes Gut und wir sind zu Recht stolz darauf. Als Gesellschaft sind wir gerade in der aktuellen Situation mehr denn je gefordert, unseren Prinzipien treu zu bleiben. Menschen nur aufgrund ihrer Nationalität oder Religion unter Generalverdacht zu stellen, lässt sich jedenfalls mit unseren europäischen Werten nicht vereinbaren. Dass sich nun etwa in Köln deutsche Bürger zusammengetan haben, um mit Gewalt gegen x-beliebige Menschen vorzugehen, bloß weil diese „nordafrikanisch“ aussehen, hat mit der notwendigen Bestrafung der Täter absolut nichts mehr zu tun. Das ist schlichtweg Unrecht.

Wir sollten nicht vergessen, dass der Großteil der Menschen friedlich mit seinen Mitmenschen leben und gut mit ihnen auskommen möchte. Das gilt sowohl für in- wie ausländische MitbürgerInnen. Diese überwältigende Mehrheit gehört vor den Übergriffen einer aggressiven Minderheit – egal, ob in- oder ausländischer Herkunft – geschützt!

Hüten wir uns davor, aus blinder Wut alle, die in Not sind, zu bestrafen.

Die Salzburgerinnen und Salzburger können sicher sein, dass wir als PolitikerInnen uns mit den Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft durch die Aufnahme von Flüchtlingen steht, sehr intensiv auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns natürlich mit den gleichen Fragen, die sich derzeit auch viele BürgerInnen stellen: Wer sind diese Menschen, die da zu uns kommen? Wie viele können wir aufnehmen? Wo sind die Grenzen des Machbaren? Was braucht es für ein funktionierendes Zusammenleben?

Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen bekennt sich glücklicherweise nach wie vor dazu, Menschen, die völlig schuldlos vor Krieg und Verfolgung flüchten mussten, die Hand zu reichen. Helfen, gerade dort, wo diese Hilfe zum Überleben dringend gebraucht wird, zählt vielleicht zu den grundlegendsten Eigenschaften des „Menschseins“.

Deshalb: Helfen wir jenen, die in Not sind. Bestrafen wir jene, die Unrecht tun. Und trennen wir diese beiden Dinge: Hüten wir uns davor, aus blinder Wut alle, die in Not sind, zu bestrafen.

Ihre/Eure Meinung interessiert mich: cyriak.schwaighofer@salzburg.gv.at

Bild: filipefrazao – Fotolia




One Response to Nach Köln: #Ausnahmslos gegen Gewalt und Hetze!

  1. Rudolf T.Z. Scheu says:

    „… Diese überwältigende Mehrheit gehört vor den Übergriffen einer aggressiven Minderheit – egal, ob in- oder ausländischer Herkunft – geschützt! …“:
    Warum wird dann geduldet, interessiert niemanden?:
    Der Ex-3. Nationalrats-praesident Martin Graf (FPOe) gehoert der Burschenschaft
    Olympia an, die Kontakte zu Rechtsextremen hat.
    Der aktuelle 3. NR-praesident Hofer (FPOe) stellt das Verbotsgesetz infrage.
    Die Winters sind noch immer im Nationalrat.
    B. Rosenkranz durfte sich fuer das Bundespraesidentenamt bewerben.
    FPOe-chef Strache jubelte ueber den Erfolg von Jobbik, lud Geert Wilders ein.
    !! Wahlslogan sowohl von NPD als auch FPOe: „Die soziale Heimatpartei“.
    !!
    Am Fr. 19.5.2006 wurde von Radio Antenne Salzburg in den 19-Uhr-
    nachrichten ein hoher BZOe-funktionaer (ich glaube, es war der
    burgenlaendische Spitzenkandidat) gefragt, wer BZOe-obmann wird. Antwort:
    das wird zum gegebenen Zeitpunkt bekanntgegeben und: „Kommt Zeit, kommt Rat, kommt
    ATTENTAT“.
    Karl Schnell sprach von „Umvolken“, ebenso Gudenus.
    2000 und 2014 sind FPOe-abgeordnete mit Kornblumen im Parlament aufgetreten.

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