Wirtschaft Josef Scheinast - Warum ich gegen den Antrag betreffend Absicherung der militärischen Infrastruktur im Bundesland Salzburg gestimmt habe.

Veröffentlicht am 5. November 2015 | von Josef Scheinast

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Regionale Wirtschaft statt globale Abhängigkeit

„Wer billig kauft, kauft teuer – und meist zweimal“ – sagt ein altes Sprichwort. Dass das nach wie vor gültig ist, zeigt sich an der weit verbreiteten „Geiz-ist-geil“-Mentalität. Viele Menschen kaufen billig ein, indem sie Erzeugnisse konsumieren, die in Billiglohnländern und oft unter bedenklichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Mit diesem Verhalten verzichten wir allerdings auf Nachhaltigkeit, fördern die Wegwerfgesellschaft und unterstützen den weltweiten Handel quer über den Globus. Der allergrößte Teil des so ausgegebenen Geldes bleibt nicht in der Region, sondern fließt woanders hin.

Auf Dauer werden dadurch unsere Arbeitsplätze vernichtet, der ländliche Bereich wird weiter ausgedünnt, die Arbeitslosigkeit steigt und die Regionen werden zunehmend unattraktiver.

Regionale Wirtschaft stärker fördern

Umgekehrt fördert jeder Euro für heimische Produkte unsere regionalen Arbeitsplätze, sichert die Lehrlingsausbildung und lässt die gesamte Wertschöpfung im Land, nicht bloß die Handelsspanne. Und es gibt noch einen positiven Effekt: Wir machen uns auf diese Weise weniger abhängig von weltweiten Marktentwicklungen und Warenströmen.

Klar ist: Nur wenn wir möglichst viel vor Ort produzieren, reparieren und auch einfache Arbeiten anbieten, können wir den regionalen Wirtschaftskreislauf in Schwung halten.

Aus diesem Grund sollen wirtschaftliche Aktivitäten, die Ressourcen schonen und regionale Wertschöpfung generieren, besonders gefördert werden. Das heißt zum Beispiel: Handwerk vor industrieller Massenfertigung, Reparatur statt Wegwerfprodukte, gemeinsame Nutzung von (landwirtschaftlichen) Maschinen, Geräten etc.

„Es braucht einen Paradigmenwechsel!“

Viele dieser nachhaltigen Arbeitsweisen galten im vorigen Jahrhundert als veraltet. Immer deutlicher wird allerdings, dass es einen Paradigmenwechsel braucht. Denn wenn wir die regional und nachhaltig arbeitenden Wirtschaftskreisläufe stärken und fördern, hilft das sowohl unseren vielen klein- und mittelständischen Betrieben als auch dem ganzen Planeten.

Josef Scheinast

Über Josef Scheinast

Landtagsabgeordneter - Sprecher für Wohnen, Wirtschaft, Umwelt, Tourismus, Technologie, Raumordnung, KonsumentInnenschutz, Arbeitsmarkt

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2 Responses to Regionale Wirtschaft statt globale Abhängigkeit

  1. Martin M. says:

    hallo Joschi,
    wir hatten uns zu dem Thema u.a schon beim Fokusgespräch Wirtschaft ausgetauscht.

    Ich hätte einen relativ einfachen Lösungsansatz zu dem Thema: die Transport-Maut müsste exponentiell (statt linear) ansteigen. Natürlich ist eine Hauszustellung/Anlieferung notwendig. ABER der Lkw-Transport muss ab 200km so teuer sein, dass es sich die Hersteller überlegen, ob sie die Schweineschinken 3x durch halb Europa karren, nur damit am Ende „Schwarzwälderschinken“ drauf stehen darf!
    Dasselbe gilt aber auch für Importe aus Asien u. USA. Nur wenn die Transportkosten für die „global Player“ eine Rolle für die Gewinn-Margen spielen, ist das ein Anreiz, die Fertigung wieder auf mehrere Standorte (auf jedem Kontinent) aufzuteilen – anstelle einer globalen Produktionsstätte in einem Billig-lohn-land. Und damit wäre die Wertschöpfung auch wieder in Europa!
    Wie heißt es (noch): „Think global – act local“
    lg
    MM

  2. Rudolf T.Z. Scheu says:

    Warum sind dann die Gruenen fuer die 380-kv-leitung, fuer PPP?

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