Umwelt & Natur

Veröffentlicht am 13. Juli 2015 | von Rupert Fuchs

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Glyphosat? – Nein danke!

Letzte Woche hat sich wieder einmal gezeigt, wie viel Einfluss jede/r einzelne/r Konsument/in hat: Beim Einkaufen bei einer großen Diskonterkette habe ich beobachtet, wie die zugehörigen Parkplatzflächen mit Spritzmittel besprüht wurden. Das hat mich ziemlich geärgert, denn es kann doch wohl nicht sein, dass ein Supermarkt einerseits für Bio-Lebensmittel wirbt und andererseits am Vorplatz Gift versprüht…

Wie viele von euch wissen, bin ich selber leidenschaftlicher Imker und weiß daher, wie schädlich diese Spritzmittel für die Bienen sind. Zornig wie ich nach meinem Einkauf war, hab ich gleich einen ziemlich wütenden Protestbrief an die Diskonter-Zentrale verfasst…und siehe da: Einen Tag später hatte ich schon eine Antwort! Und die war sehr erfreulich: Die Verantwortlichen gaben an, nicht von dem Einsatz von Chemie der Hausbesorger gewusst zu haben und veranlassten alle Hausbesorgerfirmen in ihren Diensten österreichweit, auf den Einsatz schädlicher Chemikalien zu verzichten. Ein Riesenerfolg! Daraufhin habe ich die Reaktionen des Diskonters an andere Diskonter, Supermarktketten und Verkaufsbetriebe weitergeleitet und hoffe, dass sie diesem guten Beispiel folgen werden.

Machen wir Schluss mit Glyphosat!

Übrigens: Schädliche Spritzmittel sind auch in anderen Ländern ein großes Thema. In den Niederlanden ist der Verkauf von Glyphosat-Präparaten an PrivatverbraucherInnen ab Ende diesen Jahres verboten. Frankreich zieht jetzt mit einem Verbot des Verkaufs des Pestizids Roundup von Monsanto in Gartenzentren nach.

Roundup ist das weltweit am meisten verwendete Mittel zur Unkrautvernichtung, das auch in Klein- und Hobbygärten verwendet wird. Es enthält mit Glyphosat einen Stoff, den die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) im März als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat. Glyphosat gehört dringend sowohl aus den Gartenzentren als auch aus der Landwirtschaft verbannt!

Hier habe ich einige umweltfreundliche Alternativen für euch zusammengestellt:

  • Die natürliche „wilde“ Vielfalt an Pflanzen akzeptieren: Lasse zumindest ein Stückchen Gras stehen. Diese natürlichen Flächen bieten Rückzugsraum und Nahrung für Bienen und andere Insekten.
  • Wenn’s gar nicht anders geht: Nutze Herbizide mit weniger schädlichen Umwelteigenschaften (z.B. Finalsan).
  • Vernichte „Beikräuter“ mit thermischen Geräten – ganz ohne Pestizide! Egal ob Hochdruck-Heißdampfgeräte, Abflammgeräte, Infrarot-Geräte oder Heißschaumsysteme –  durch die Wärme, die durch diese Geräte entsteht, gerinnt das pflanzeneigene Eiweiß, die auf dem Boden liegenden Unkrautsamen werden dadurch keimunfähig. Gerade im Kommunalbereich und bei großen Wohnanlagen sind thermische Geräte ideal.  Straßen und Plätzen werden so ohne chemische Zusätze gepflegt.  Abwasser und Trinkwasser werden ebenfalls geschont.
  • In kleineren Garteneinheiten kann als einfache Methode auch auf kochendes Wasser zurückgegriffen werden: Leere das heiße Wasser einfach über die unerwünschten Beikräuter!
  • Kommunale Blumenwiesen statt abgemähter Rasenflächen. Damit unterstützst du ImkerInnen und schaffen bessere Überlebenschancen für die Bienen.

P.S.: Im September werden wir im Landtag zwei von mir eingebrachte Initiativen behandeln: Einerseits möchte ich erreichen,  dass die Bundesgesellschaft ASFINAG den Einsatz von jedweden chemisch-syntethischen Schädlingsbekämpfungsmitteln (wie z. B. Roundup®) unterlässt und auf umweltschonende Maßnahmen zurückzugreift. Andererseits fordere ich die Landesregierung auf,  im eigenen Wirkungsbereich Art und Umfang des Einsatzes von glyphosathaltigen Herbiziden zu erheben und mögliche Alternativen zu prüfen.

Rupert Fuchs

Über Rupert Fuchs

Landtagsabgeordneter, Bezirkssprecher der Grünen Pongau - Sprecher für Energie, Landwirtschaft, Naturschutz, Nationalpark, Tierschutz, Volkskultur

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