Kinder & Familie

Veröffentlicht am 30. April 2015 | von Barbara Sieberth

0

Kinderbetreuung: Gesetz vereinfachen, Bürokratie abbauen!

Der Unterausschuss für die Neugestaltung des Kinderbetreuungsgesetzes hat sich vorgenommen, anhand von sechs Themenblöcken den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Kinderbetreuung zu durchleuchten und die Richtung für ein neues Gesetz vorzugeben.

Nach fünf Terminen kann ich sagen: Es sind sehr intensive Verhandlungen, die wir im Unterausschuss führen.  Damit Kinderbetreuung und Bildung gut funktionieren kann, braucht es die Zusammenarbeit vieler Bereiche, die wir uns nun alle Stück für Stück bearbeiten.

Verwaltung vereinfachen, Bürokratie abbauen!

Heute ging es darum, welcher Verwaltungsvereinfachungen es im neuen Gesetz bedarf. Denn die sind unausweichlich, denn:

Aktuell wird noch sehr viel mit Papier gearbeitet, bei Förderansuchen, Meldeformularen, Dokumentation, etc. Das wird sich schlagartig ändern, wenn endlich eine zeitgemäße elektronische Datenverarbeitung auch in diesen Bereich einzieht. Dann wird es keine doppelten und dreifachen Eingaben mehr geben, Datensätze können für mehrere Bereiche eingesetzt werden (z.B. Förderungsabwicklung, für die Statistik, für die Sprachförderung), Aktualisierungen (z.B. bei Kinderzahlen im Laufe des Jahres) können schnell angepasst werden.

Im aktuellen System laufen parallel verschiedene Fördersysteme. Diese sind historisch gewachsen. Der Kindergartenbereich wird z.B. über eine Personalförderung abgewickelt, eine Krabbelgruppe wird pro Kopf gefördert. Hat nun eine Gemeinde beides unter einem Dach, muss sie parallel zwei Abrechnungssysteme durchführen.

Aber nicht nur die Förderung der beiden Gruppen ist unterschiedlich, auch die Vorgaben in Sachen Raumbedarf, Integration und Qualifikation der MitarbeiterInnen sind unterschiedlich. Das stellt viele Einrichtungen vor große bürokratische Hürden und dient eigentlich nicht wirklich dem Wohl des Kindes.

Klar ist: Es braucht Veränderung!

Was wir brauchen, ist ein einheitlicheres System für alle Betreuungsformen: bei der Abwicklung der Förderung, bei Regelungen rund um die Qualität der Räume, bei der Weiterentwicklung von Qualität, und auch zu Stärkung der PädagogInnen.

In den sehr offen geführten Diskussionen im Unterausschuss wird meiner Meinung nach für alle ersichtlich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind und wie unterschiedlich sich bestimmte Regelungen auswirken: Während beispielsweise eine Gruppenförderung in kleinen und mittleren Gemeinden Flexibilität schafft und den Druck nimmt, Gruppen möglichst „anzufüllen“, bewirkt sie im Zentralraum das Gegenteil. Denn im Zentralraum sind Kinder oft gemeindeübergreifend in Betreuung (z.B. ca. jedes achte Kind kommt aus der Umlandgemeinde in eine Einrichtung der Stadt) die Gemeinden gleichen das „pro Kopf“ aus, was in einer Gruppenförderung möglicherweise schwierig umzusetzen ist.

Auch interessant ist das Spannungsverhältnis bei den Regelungen rund um Raumerfordernisse einer Kinderbetreuungseinrichtung. Einerseits gibt es das Bedürfnis nach klaren Regelungen, die direkt umgesetzt werden können und oft ein weniger an „Kontrolle danach“ bewirken. Andererseits engen solche klaren Bestimmungen auch ein. Schließlich entwickelt sich die Pädagogik  –  auch in Bezug auf die Räume – weiter. Das wollen wir nicht behindern! Also brauchen wir flexiblere Zielvorgaben. Diese können jedoch zu Unsicherheiten führen, was wiederum schlechtere Qualität oder einen erhöhten Planungs- und Beratungsaufwand zur Folge haben kann. Irgendwo in der Mitte werden wir uns treffen müssen.

Es bleibt spannend.

Die kommenden zwei Themenblöcke sind dann der eigentliche Höhepunkt unserer Beratungen. Wir werden dann diskutieren, wie wir die Regelungen rund um die Arbeit der Pädagoginnen zielführend verbessern können.

Der nicht unwesentliche Bereich der Finanzierung ist auch noch offen. Und vieles – nicht alles (!) –  steht und fällt mit dem Geld, das für den Bereich der Kinderbetreuung zur Verfügung steht.

Barbara Sieberth

Über Barbara Sieberth

Landtagsabgeordnete - Sprecherin für Europa, Familie und Kinderbetreuung, Gleichbehandlung und Frauen, Justiz, Medien, Menschenrechte, Integration, Verwaltungsreform

Stichworte: , ,


About the Author

Barbara Sieberth

Landtagsabgeordnete - Sprecherin für Europa, Familie und Kinderbetreuung, Gleichbehandlung und Frauen, Justiz, Medien, Menschenrechte, Integration, Verwaltungsreform



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑