Wirtschaft

Veröffentlicht am 13. Januar 2015 | von Josef Scheinast

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Steuerreform: Wie gerecht sind Vermögenssteuern?

Österreich diskutiert über eine Steuerreform – dabei wird der Ruf nach Vermögenssteuern  immer lauter. Ich sage: Wirklich Vermögende stehlen sich aus der Verantwortung! Der Mittelstand zahlt die Zeche!

Gestatten Sie mir eine Frage? Wie viel Steuern liefern Sie pro Jahr ab? Lassen Sie mich raten: Es waren mehr als 1.311 Euro – und damit mehr als z.B. der Riesenkonzern Starbucks bei einem Jahresumsatz von 11 Millionen Euro in Österreich abliefert. Ob das legal ist, fragen Sie sich? Die erschreckende Antwort: Ja! Weltweit tätige Großkonzerne wie Starbucks, Amazon und Co.  verschieben ihre Einnahmen – völlig legal – in Steueroasen oder Niedrigsteuergebiete, indem sie nationale Schlupflöcher und international nicht abgestimmte Steuergesetze nutzen. Im internationalen Vergleich ist Österreich ein Steuerparadies. Laut Julius Bär-Wealth Report Europe: Die privaten Vermögen in Europa haben mit insgesamt 56 Billionen Euro im vorigen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Österreich weist neben Deutschland die höchste Vermögenskonzentration auf: 40 % des Privatvermögens liegt in den Händen von nur 1 % der Bevölkerung.

Gleichzeitig gehört Österreich zu den drei EU-Ländern mit den höchsten Steuern auf Arbeit. Durchschnittlich gehen hierzulande 41,5 Cent eines jeden verdienten Euro an den Fiskus – zum Vergleich: Apple Deutschland soll – wie man hört – auf jeden verdienten Euro nur 2 Cent an den Fiskus abliefern.

Wer zahlt? Der Mittelstand!

Die Konsequenz? Große Unternehmen und vermögende Personen tragen immer weniger zur Finanzierung unseres Gemeinwesens bei, obwohl ihre Gewinne und Vermögen stark zunehmen. Das hat zur Folge, dass das Steueraufkommen immer mehr von Lohn- und Einkommensteuerzahlenden und KonsumentInnen aufgebracht werden muss.

Mit der für 2015 geplanten Steuerreform hat die Bundesregierung die große Chance, dieses Missverhältnis zurechtzurücken. Ich bin der Meinung: Wir brauchen nicht mehr, sondern intelligentere Steuern. Wir müssen Arbeit und Leistung massiv entlasten, während Abgaben auf Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung angehoben und Steuern auf große Vermögen vervielfacht werden müssen. Denn: Um kleine und mittlere Einkommen wirklich zu entlasten, müssen die wirklich Vermögenden endlich ihren Beitrag für das Gemeinwohl unserer Gesellschaft leisten! Fakt ist: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich gefährdet Wohlstand und sozialen Frieden. Diese Entwicklung ist tatsächlich ein schleichender „Anschlag auf den Mittelstand“.

 

RUNTER MIT DEN STEUERN! – DAS GRÜNE MODELL 90/10

 

Josef Scheinast

Über Josef Scheinast

Landtagsabgeordneter - Sprecher für Wohnen, Wirtschaft, Umwelt, Tourismus, Technologie, Raumordnung, KonsumentInnenschutz, Arbeitsmarkt

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