Wirtschaft Besuch beim Gemeinwohlbetrieb Hotel "La Perla" in Südtirol

Veröffentlicht am 7. Oktober 2014 | von Cyriak Schwaighofer

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GEMEINWOHLÖKONOMIE: Tu was, dann tut sich was!

Auf GRÜNE Initiative fuhr eine Delegation von Gemeinwohl-Interessierten Ende September zwei Tage lang durch Südtirol zu Betrieben und Institutionen, die nach den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie wirtschaften. 

Zwei Tage Südtirol, nicht zum Törggelen, sondern um die „Gemeinwohl-Ökonomie“ ganz praktisch zu erleben – ich bin noch immer begeistert von dem, was wir da an Innovationsgeist, an Zuversicht, an Offenheit und Transparenz, aber auch an wirtschaftlichen Erfolgen zu sehen und zu hören bekamen.

Neben einer bunten Mischung an Mitfahrenden – vom Bauunternehmer über Hotelier, LT-Abgeordneter und Bürgermeister bis zu jungen Gemeinwohl-UnternehmerInnen aus Salzburg – war es auch die spannende Mischung aus Betrieben, die besucht wurden, die uns ein Bild von der Gemeinwohlökonomie-Region Südtirol vermittelte.

Die Betriebe und ihre durchwegs sehr erfolgreichen Konzepte aufzulisten, wäre nicht sinnvoll – man muss es vermutlich doch selbst erleben, um auch in die Begeisterung zu fallen, die uns in den zwei Tagen erfasste.

Aber ich kann für mich einige Erkenntnisse als Fazit festhalten, die mich bestärken, dass Salzburg diesen Weg auch gehen sollte:

ERSTENS: Wenn es ein Modell gibt, das die oft beschworene „öko-soziale Marktwirtschaft“ ziemlich konsequent abbildet, dann ist das die Gemeinwohl-Ökonomie, wie wir sie in Südtirol gesehen haben.  Die Gemeinwohl-Ökonomie  ist KEINE Planwirtschaft und will NICHT den Kommunismus wieder einführen usw. – dass diese immer wieder zu hörenden Unterstellungen ziemlicher Unsinn sind, zeigte diese Reise und zeigten vor allem auch die „gestandenen“ Unternehmerpersönlichkeiten dort. Es braucht keine künstlich inszenierten ideologischen Debatten rund um das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie, Fragen der Mitarbeiterbeteiligung und des Eigentums; wie wir erlebt haben, funktioniert sie hervorragend, wenn man sich auf das praktisch Umsetzbare konzentriert.

ZWEITENS: Die Gemeinwohl-Ökonomie bietet hervorragende Instrumente, in den Betrieben Organisations-Entwicklungs-Prozesse zu starten und nachhaltig voranzutreiben. Die sogenannte „Gemeinwohl-Matrix“ mit ihren 17 Kriterien wird im Betrieb zu einem Werkzeug, mit dessen Hilfe man das Potential in Richtung Nachhaltigkeit und Gemeinwohl laufend überprüfen und verbessern kann. Und sie ist dazu noch ein tolles Instrument zur Mitarbeiterbeteiligung (im doppelten Wortsinn). Gemeinwohl-Orientierung ist also ein laufender Prozess, von dem das gesamte Unternehmen und sein Umfeld erfasst werden.

DRITTENS: Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Modell, das quer über alle wirtschaftlichen Branchen umsetzbar ist, das aber auch Gemeinden ebenso wie Schulen, Vereine etc. zu einer nachhaltigeren Arbeits- und Lebensweise führen kann.

All das zeigen uns die erfolgreichen Südtiroler Betriebe und Gemeinden – und das sollte und würde auch in Salzburg so sein.

LINK:

Ausführliche Berichte der Salzburger Gemeinwohl-Exkursion nach Südtirol und Reportagen über die besuchten Betriebe auf der GRÜNEN Website. 

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