Kinder & Familie

Veröffentlicht am 12. September 2014 | von Barbara Sieberth

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Kinderbetreuung in Salzburg – ein anderer Blick

Momentan fährt die SPÖ Salzburg eine Kampagne – inhaltlich geht’s um die Kinderbetreuung in Salzburg. Dabei wirft die SPÖ gerne mit Zahlen und angeblichen Fakten um sich, die nicht immer ganz der Realität entsprechen und bei denen man außerdem ganz schnell den Überblick verlieren kann. Ich möchte hier einige Aspekte aufgreifen und in ein bisschen anderes Licht rücken, das meiner Meinung nach etwas näher dran ist an den tatsächlichen Realitäten in Salzburg:
Die von der SPÖ verwendeten Zahlen, dass pro Kind und Jahr 150 bzw. 300 Euro zusätzlich für die Kinderbetreuung anfallen, haben zwei Seiten: Die Kürzung ist, wie sie ist. Aber sie wird viele Eltern gar nicht treffen, weil einige Gemeinden, wie z.B. Puch bei Hallein oder St. Johann im Pongau, die Teuerung gar nicht weiter geben. Das finden wir natürlich gut und lobenswert! Der Zuschuss aus dem sogenannten Familienpaket war ja bisher rein vom Land geleistet worden, so teilt er sich jetzt in manchen Gemeinden quasi wieder auf. (Hier sei mir der Hinweis gestattet, dass die Zurverfügungstellung Kinderbetreuung eine Aufgabe der Gemeinden ist, die Finanzierung teilen sich Land und Gemeinden)

Ungleiche Tarife im Bundesland

In manchen Fällen wird die Kürzung die Eltern voll treffen (wie in meinem Fall, meine Tochter geht in eine Krabbelstube, die jetzt um 25 Euro pro Monat teurer ist als im Vorjahr), allerdings sind die Betreuungstarife im Land so unterschiedlich, dass ich persönlich für den Ganztagesplatz meiner Tochter nun im Jahr rund 3000 Euro bezahle, während eine Familie aus einer Gemeinde, welche die Krabbelstube selbst führt, mit rund 700 Euro an Kosten aussteigen könnte. Das ist ein Unterschied von sage und schreibe 2300 Euro! Leider gibt es darüber überhaupt keine Diskussion!

So viel Geld für die Kinderbetreuung wie nie zuvor

Bei der aktuellen SPÖ-Kampagne und auch in diversen Leserbriefen werden also Informationen verbreitet, die Eltern verunsichern und die hochgradig unfair gegenüber jenen Gemeinden sind, die es jetzt wie auch früher schaffen, Kinderbetreuung leistbar zu gestalten.

Im Gesamtblick werden unsere Prioritäten schnell klar: Insgesamt investiert das Land Salzburg im Jahr 2014 46 Millionen Euro in die Kinderbetreuung, das sind um 2 Millionen Euro mehr als noch 2013. Für 2015 wird es nochmals kräftige Steigerungen geben, über 50 Millionen Euro sind dafür reserviert. Um es plakativer zu sagen: Neben dem Familienpaket und dem Kinderbetreuungsfonds ist dem Land Salzburg – abhängig von Alter und Betreuungsausmaß –  jedes Kind zwischen 2.600 und 12.600 Euro pro Jahr wert .

Kinderbetreuung muss leistbar bleiben, aber vor allem muss sie erst einmal vorhanden sein!

Interessant ist auch, dass sowohl die SPÖ als auch die AK-Salzburg in ihrem Kinderbetreuungs-Bericht jedes Jahr kritisiert, dass Salzburg viel zu wenige Betreuungsplätze für die Unter-Dreijährigen zur Verfügung stellt und damit das Barcelona-Ziel weit verfehlt. Mit dieser Kritik liegen sie  absolut richtig. Genau das ist auch der Grund, warum wir in Salzburg die Betreuungsplätze massiv ausbauen wollen und das auch tun. 2013 konnten rund 350 neue Kinderbetreuungs-Plätze geschaffen werden, für 2014/15 sind noch einmal rund 900 neue Betreuungsplätze geplant. Für hunderte Mütter und Väter, die bisher für ihre Kinder keinen Betreuungsplatz gefunden haben, ist das eine deutliche Verbesserung ihrer persönlichen Situation.  Natürlich sind auch wir der Meinung, dass Kinderbetreuung leistbar sein muss, aber vor allem muss sie erst einmal vorhanden sein!

Barbara Sieberth

Über Barbara Sieberth

Landtagsabgeordnete - Sprecherin für Europa, Familie und Kinderbetreuung, Gleichbehandlung und Frauen, Justiz, Medien, Menschenrechte, Integration, Verwaltungsreform

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