Integration

Veröffentlicht am 19. September 2014 | von Kimbie Humer-Vogl

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Barrierefreier Landtagssaal: Treppenlift oder Aufzug?

Es war eine schwere Entscheidung am 17.9.2014: Drei Initiativen zur Barrierefreiheit standen auf der Tagesordnung der Ausschussberatungen. Je eine Intitiative der SPÖ und der FPÖ, sowie eine Petition des Vereins Knackpunkt.

Hauptdiskussionsthema war die barrierefreie Erschließung des Landtagssaales im ersten Stock des Chiemseehofes. Bis dato führt für Menschen, die einen Rollstuhl benützen, kein Weg in diesen ehrwürdigen Saal. Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf ist nun schon die fünfte Präsidentin, die versucht dieses leidige Thema in Angriff zu nehmen, alle ihre VorgängerInnen sind gescheitert. Zur Diskussion standen zwei Erschließungsmöglichkeiten: ein Treppenlift oder ein Aufzug.

Dazu die Fakten:

  • Ein Treppenlift ist langsam, wartungsanfällig, schwer zu bedienen und schränkt das Sicherheitsgefühl der BenutzerInnen ein.
  • Ein Aufzug hingegen ist wesentlich schneller, barrierefrei zu bedienen und wird von Menschen im Rollstuhl auch auf Grund des besseren Sicherheitsgefühls bevorzugt.

Eigentlich liegt die Entscheidung auf der Hand: Eine Aufzuganlage ist ganz klar zu bevorzugen.

Warum ich trotzdem für einen Treppenlift gestimmt habe

Ein Treppenlift lässt sich noch dieses Jahr einbauen und in Betrieb nehmen, mit der Installierung einer Aufzuglösung ist nicht vor Ende dieser Regierungsperiode zu rechnen. Natürlich, Mag. Monika Schmerold, geladene Expertin in eigener Sache und Obfrau des Vereines Knackpunkt, könnte Recht haben, wenn sie meint, die Gefahr besteht, dass diese Übergangslösung bleibt und der notwendige Aufzugsinstallierung auf die lange Bank geschoben wird.

Auf einen Treppenlift zu verzichten, um eine spätere Aufzuglösung nicht zu verhindern, erscheint mir allerdings als zu hoch gepokert. Dass der Chiemseehof dringend sanierungsbedürftig ist wurde längst erkannt und es liegen entsprechende Pläne zur Sanierung vor. Selbstverständlich enthalten diese Pläne ein Konzept zur durchgängigen Barrierefreiheit, samt Aufzuglösung sowohl für Stiege 2 als auch für Stiege 3. Doch die Kosten für den Umbau sind sehr hoch. Derzeit ist dieses Geld weder da, noch würde jemand verstehen, dass sich ein Landtag, der den massiven und notwendigen Sparkurs der Regierung mitträgt, ein neues Haus budgetiert.

Mit einem Treppenlift, insbesondere wenn an Lösungen für Menschen mit Körperersatzstücken und anderen Einschränkungen gedacht wird (ZB: Rollator, Sauerstoffbedarf), können alle Menschen vorerst den Landtagssaal erreichen. Nach vier vergeblichen Anläufen in der Vergangenheit sehe ich es daher als Erfolg der neuen Regierung, dass der Landtagssaal nun mit einem Treppenlift erschlossen wird.

PS: Die Erschließung des Landtagssaales durch ein Aufzugsprovisorium, das vorerst nur in den ersten Stock reicht, halte ich für genauso prädestiniert zu einem Dauerprovisorium zu werden wie ein Treppenlift.

PPS: In der Ausschusssitzung am 17.9.2014 wurde auch beschlossen, Kostenvoranschläge für das notwendige Equipment, für eine barrierefreie Teilnahme an Landtagssitzungen für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung einzuholen.

Kimbie Humer-Vogl

Über Kimbie Humer-Vogl

Landtagsabgeordnete, stv. Klubobfrau, Bezirkssprecherin der Grünen Tennengau - Sprecherin für Gesundheit, Soziales, SeniorInnen, Inklusion, Ehrenamt, Religion

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